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Ebnisee

Der Ebnisee bei Kaisersbach ist wohl der bekannteste See im Rems-Murr-Kreis. Von Wald umgeben, bietet der rund 70 m lange See alles, was zum Entspannen nötig ist.

Anfahrts-Beschreibung:

Allein die Anfahrt über die idyllischen Straßen des Schwäbisch-Fränkischen Waldes macht den Ebnisee auch für Motorradfahrer zu einem beliebten Ausflugsziel.

In gemütlicher Gehweise ist der See, dessen Wanderweg direkt am Wasser entlangführt, in 45 Minuten zu umrunden. Da die Wege meist eben sind, reicht normales Schuhwerk aus. Die Westseite ist für Rollstuhlfahrer nur bedingt geeignet, da ein kurzer, steiler Anstieg zu bewältigen ist.

Selbstversorger können am Grillplatz ihr Essen selbst zubereiten.

 

Wer lieber ein Picknick vorzieht, findet am Ufer des Sees ebenso ein Plätzchen. Außer einem Selbstbedienungs-Imbiß erwartet den Besucher ein Biergarten und ein Terrassenrestaurant mit Blick auf den See. Die Gaststätte bietet durchgehend kalte und warme Küche.

Spiel und Spaß ist natürlich auch geboten. Wer sich etwas austoben möchte, kann sich ein Ruder- oder Tretboot mieten, wer es etwas ruhiger angehen lassen möchte, wirft die Angel ins fischreiche Wasser. Auch Baden ist erlaubt. Die Wasserqualität wird ständig überprüft.

Parkplätze sind reichhaltig vorhanden und die Tages- Parkgebühren sind in keinster Weise überzogen.

Für den Radelspaß sorgt eine Verleihstation, die telefonisch unter 07184-292104 zu erreichen ist.

 

Auch im Winter hat der See seine Reize. Wer mag, kann auf dem gefrorenen See Schlittschuhlaufen oder bei Flutlichtbeleuchtung Langlaufski fahren. Für das leibliche Wohl sorgt die Eisbar.

Zur Geschichte des Ebnisees

Vor über 250 Jahren ließ Herzog Karl-Eugen den Ebnisee anlegen um die Schlösser in Stuttgart und Ludwigsburg mit dem dringend benötigten Brennholz zu versorgen. Die Hölzer wurden über die Wieslauf und Rems in den Neckar geleitet, um diese schließlich an der Endstation abzufangen. Die Holzstämme des Welzheimer Waldes wurden im Winter geschlagen, mussten dann auf Handschlitten zum Waldweg gezogen und auf Ochsenkarren verladen werden, die dann die Hölzer zum Ebnisee fuhren. Nach der Schneeschmelze, wenn der See genügend Wasser hatte, wurden die Holzstämme in den See gebracht, das Wasser des künstlichen Sees abgelassen und die Stämme in den Floßweg gebracht. 1861 wurde die Flößerei eingestellt. 1884 wurde die Stauanlage wieder hergestellt, um den Stadtmenschen ein Ausflugsziel zu bieten.

Eine Legende über den Ebnisee

Der Verfasser ist uns leider unbekannt.

Vor ein paar hundert Jahren fuhr ein Fischer mit seinem Boot auf den See, um in dem fischreichen Wasser sein Mittagessen zu fischen. Irgendetwas musste ihn wohl aus der Ruhe gebracht haben und durch eine unvorsichtige Bewegung fiel ihm seine einzige Pfeife ins Wasser. Da die Pfeife auch noch ein Geschenk seiner Frau war, blieb ihm keine andere Wahl. Kopfüber sprang er ins Wasser, das an dieser Stelle nicht sehr tief war, um nach seiner Pfeife zu tauchen. Aber er fand keinen Grund. Es zog ihn immer weiter hinab, so dass er beinahe keine Luft mehr bekam. Der Fischer glaubte schon, er würde im Ebnisee ertrinken, doch da wurde es plötzlich ganz hell und atmen konnte er auch wieder. Aber er war nicht mehr im See sondern in einem großen Saal. Mitten im Raum stand ein Tisch, auf dem er seine Pfeife sah. Erleichtert schritt er auf den Tisch zu und gerade als er nach ihr greifen wollte, zupfte ihn etwas an der Jacke. Erschrocken drehte sich der Fischer um und stand einer furchterregenden Kreatur gegenüber. Zitternd wie Espenlaub, registrierte der Fischer auf die Schnelle nur zwei Beine, einen schuppigen Körper und auf dem Hals prangte ein Fischkopf. Das Wesen stellte sich als der „Herr des Sees“ vor, dem alles gehört, was ins Wasser fällt. Um frei zu kommen, musste der Fischer einen Deal eingehen. Er musste dem Herrn des Sees versprechen, ihm seinen erstgeborenen Sohn zu überlassen. Wäre der Fischer nicht darauf eingegangen, hätten er und seine Pfeife für immer bei dem Seewesen bleiben müssen.

Einige Zeit später gebar die Frau des Fischers einen Sohn. Schweren Herzens wickelte der Fischer das Kind in eine warme Decke und ging damit zum See. Nach kurzer Zeit fing das Wasser an, wild und zischend zu sprudeln und teilte sich in zwei Hälften. Der Herr des Sees trat hervor, um das Kind abzuholen. Doch als er sah, wie sehr der Fischer seinen Sohn festhielt, wie schwer es ihm ums Herz war und wie sehr er um das Leben des Kindes bangte, hatte das Seewesen Mitleid mit dem ehrlichen Fischer. Offensichtlich gefiel es dem Herrn des Sees, dass der Fischer sein Versprechen wirklich eingelöst hatte, dass er Gnade walten ließ und die Familie des Fischers verschonte. Überglücklich ging der Fischer mit seinem Kind im Arm nach Hause und erzählte es gleich seiner Frau.

 

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